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Lohnpfändung, ungünstige Steuerklasse, Einkommensreduzierung
Keine Umgehung der Lohnpfändung durch Wahl einer ungünstigen Steuerklasse

Ein Schuldner versuchte angesichts einer drohenden Lohnpfändung, sein Einkommen möglichst gering zu halten. Er wählte zugunsten seiner Ehefrau die für ihn ungünstigste Steuerklasse, um auf diesem Wege sein Einkommen möglichst unter die Pfändungsfreigrenze zu drücken. Der Bundesgerichtshof machte dem Zahlungsunwilligen jedoch einen Strich durch die Rechnung.

Hat der Schuldner, in der Absicht seine Gläubiger zu benachteiligen, vor der Pfändung eine ungünstigere Lohnsteuerklasse gewählt, so ist er bei der Berechnung des pfändungsfreien Betrags bereits im Jahr der Pfändung so zu behandeln, als sei sein Arbeitseinkommen gemäß der günstigeren Lohnsteuerklasse zu versteuern. Ist für die Wahl der ungünstigeren Steuerklasse objektiv kein sachlich rechtfertigender Grund gegeben, muss der Gläubiger den Nachweis der Gläubigerbenachteiligungsabsicht nicht erbringen.

Quelle: Beschluss des BGH vom 04.10.2005 VII ZB 26/05 BGHR 2006, 131
Gericht: BGH
Aktenzeichen: VII ZB 26/05
 
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