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Bürgschaft, Bürgenhaftung, finanzielle Überforderung, Gesellschafter
Wirksame Bürgschaftsübernahme bei Bagatellbeteiligung

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann die Bürgschafts- bzw. Haftungsübernahme eines GmbH-Gesellschafters wegen krasser finanzieller Überforderung nur dann sittenwidrig sein, wenn die Verpflichtung lediglich aus emotionaler Verbundenheit mit den hinter der GmbH stehenden Personen oder wegen des drohenden Verlustes des Arbeitsplatzes eingegangen wurde und dies neben der wirtschaftlichen Überforderung für die kreditgebende Bank auch offensichtlich war.

In einer neueren Entscheidung stellten die Karlsruher Richter nun klar, dass die zur Wirksamkeit ruinöser Gesellschafterbürgschaften entwickelten Grundsätze in der Regel auch für Mindergesellschafter der kreditsuchenden GmbH gelten und zwar auch dann, wenn der Betroffene nicht mit der Geschäftsführung betraut ist. Nur bei unbedeutenden Bagatell- und Splitterbeteiligungen kann eine andere rechtliche Beurteilung dahingehend in Betracht kommen, dass von der Wirksamkeit des Bürgschaftsvertrages auszugehen ist.

Quelle: Urteil des BGH vom 10.12.2002 XI ZR 82/02 NJW 2003, 967
Gericht: BGH
Aktenzeichen: XI ZR 82/02
 
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